Alternative zu Titandioxid-Pulver für Hersteller von Farben und Lacken

  • Neue Regularien für Titandioxid-Pulver ab Herbst 2021
  • Hochkonzentrierte, flüssige Produkte auf TiO2-Basis als Alternative
  • Luconyl®, Luconyl® NG & Dispers® für verschiedene Anwendungsbereiche

Titandioxid-Pulver ist ein vielbenutztes Pigment in der Produktion von Farben und Lacken. Die EU-Kommission hat es im vergangenen Jahr als vermutlich krebserregend beim Einatmen eingestuft. Ab Oktober 2021 gelten daher neue Regularien. Welche Auswirkungen die TiO2 Einstufung für die Hersteller von Farben- und Lacken hat und welche Alternativen bestehen, erläutert Daniel Müller, Senior Business Development Manager bei BASF Colors & Effects, im Interview.

Was bedeuten die neuen Regularien für Titandioxid für Hersteller von Farben- und Lacken?

Durch die neuen Regularien haben wir eine komplett veränderte Ausgangslage. Produkte mit gewissen Anteilen an Titandioxid müssen dann mit Warnhinweisen versehen werden bzw. als potenziell krebserregend gekennzeichnet werden. Das möchten Hersteller natürlich vermeiden. Aber auch in der Produktion gelten ab Herbst strengere Regeln. Das heißt, es müssen entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden, die die Inhalation des Materials verhindern.

Welche Alternativen zu Titandioxid-Pulver gibt es?

Titandioxid wird als pulverförmiges Weißpigment eingesetzt, um eine hohe Deckkraft von Farben und Lacken zu erreichen. Ein gleichwertiges anderes Pigment gibt es nicht. Aber Hersteller können die hohe Deckkraft auch mit anderen titandioxid-basierten Produkten kompensieren. So wie mit unseren flüssigen Pigmentpräparationen Luconyl®, Luconyl® NG und Dispers®. Für diese Alternativprodukte besteht keine Kennzeichnungspflicht und sie lassen sich einfacher in der Produktion handhaben.

Welche Vorteile bieten die flüssigen Produkte denn in der Produktion?

Zum einen im Hinblick auf die Sicherheit: Kunden, die bislang Titandioxid-Pulver einsetzen, wissen sehr gut, dass es immer wieder durch die Staubentwicklung zu einer Verschmutzung von Oberflächen und Produktionsanlagen kommt. Bei Produkten besteht keine Gefahr, dass Partikel eingeatmet werden. Zum anderen lassen sich flüssige Produkte in der Regel einfacher in der Produktion handhaben als pulverförmige. Der Grund dafür ist simpel: Sie stauben nicht, was wiederum den Reinigungsaufwand verringert, und lassen sich gut dosieren.

Welche flüssigen Pigmentpräparationen eignen sich besonders gut für Weißeinfärbungen?

Unsere Produkte Luconyl®, Luconyl® NG und Dispers® White, die wir bei BASF Colors & Effects entwickelt haben und nun gemeinsam mit BTC unseren Kunden anbieten. Sie passen jeweils zu unterschiedlichen Industrien und Anwendungsbereichen.

Können die Weißpigmente auf Titandioxidbasis bei der Deckkraft mit Titandioxid-Pulver mithalten?

Auf jeden Fall. Hersteller profitieren zudem von einer hohen Reproduzierbarkeit. Denn sie erhalten mit den flüssigen Weißpigmenten bereits ein fertig einsetzbares, optimal eingestelltes Produkt. Schließlich kann Titandioxid je nach Lieferant unterschiedliche Eigenschaften, oder sogar eine Eigenfärbung aufweisen, die sich negativ auf die Reproduzierbarkeit auswirken kann. Mit unseren flüssigen Pigmentpräparationen bieten wir sehr eng spezifizierte Produkte an, die eine gleichbleibende Qualität des Endprodukts sicherstellen.

Wie können Hersteller die flüssigen Alternativen in ihre Produkte integrieren?

Pauschal lässt sich das nicht beantworten, da die Hersteller ja unterschiedliche Formulierungen benutzen und sich Pulver nicht 1:1 durch flüssige Produkte ersetzen lassen. Unser Color Competence Center unterstützt bei Bedarf gerne bei den Berechnungen.  Ebenfalls besteht die Möglichkeit, sich über den BASF Colors & Effects «Pigment Finder (https://www.colors-effects.com)» zu registrieren und weiterführende Produktdaten herunterzuladen.

Gibt es Alternativen zu Titandioxid-Pulver für Anwendungen, bei denen keine flüssigen Komponenten möglich sind?

Hier sind Alternativen zu Titandioxid-Pulver schwieriger, wir entwickeln aber gerade neue Lösungen, die unterhalb der Grenzwerte bleiben und damit nicht kennzeichnungspflichtig sind. Eingesetzt werden könnten diese Produkte zum Beispiel für trockene Farben. Außerdem sind sie eine Alternative für Hersteller, die mit einem trockenen Produkt in ihrem gewöhnten Produktionsprozess bleiben möchten, ohne von trockenen Komponenten auf flüssige zu wechseln.

Unser Experte

Daniel Müller ist bereits seit 26 Jahren im Vertrieb chemischer Produkte tätig. Nach Stationen bei Ecolab, Merck und BTC Europe, arbeitet der diplomierte Sales Consultant seit 2011 im Bereich Pigmentpräparationen bei BASF Colors & Effects. Als Senior Business Development Manager verantwortet er hier den Vertrieb fortschrittlicher Pigmentpräparationen nach anerkannten Eco-Labels, Direktiven und Biozidrichtlinien. „Mein Ziel ist es, mit unseren Kunden langfristige und nachhaltige Beziehungen zu gestalten. Sicher, einfach und ehrlich.“

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